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Pferd · 6 Min. Lesezeit

Sommerekzem  beim  Pferd

Aufgescheuerte Mähne, kahle Stellen am Schweifansatz, ein Pferd, das sich an jedem Baum und Zaunpfahl reibt — Sommerekzem gehört zu den Themen, bei denen mich Pferdebesitzer im Sommer besonders verzweifelt anrufen. Vorweg meine ehrliche Antwort: Ein Wundermittel aus dem Futtersack gibt es nicht. Aber die richtige Fütterung kann die Haut spürbar unterstützen.

Aufgescheuerte Mähne, kahle Stellen am Schweifansatz, ein Pferd, das sich an jedem Baum und Zaunpfahl reibt — Sommerekzem gehört zu den Themen, bei denen mich Pferdebesitzer im Sommer besonders verzweifelt anrufen. Vorweg meine ehrliche Antwort: Ein Wundermittel aus dem Futtersack gibt es nicht. Aber die richtige Fütterung kann die Haut spürbar unterstützen.

Sommerekzem beim Pferd ist eine der frustrierendsten Erkrankungen, die mir in der Beratung begegnen — für das Pferd, weil der Juckreiz quälend ist, und für den Halter, weil man dem Tier oft hilflos zusieht. In über 20 Jahren Beratung habe ich gelernt: Es gibt keine schnelle Lösung, aber sehr wohl Stellschrauben, an denen sich drehen lässt. In diesem Ratgeber erkläre ich Ihnen ehrlich, was Sommerekzem eigentlich ist, warum die Fütterung nur ein Baustein von mehreren ist und mit welchen sechs Tipps Sie die Haut Ihres Pferdes von innen stärken.

Was Sommerekzem beim Pferd eigentlich ist

Sommerekzem ist keine gewöhnliche Hautreizung, sondern eine allergische Reaktion — genauer gesagt eine Überempfindlichkeit gegen den Speichel von Kriebelmücken und Gnitzen. Diese winzigen Insekten sind vor allem in der Dämmerung aktiv, von Frühjahr bis Herbst. Bei jedem Stich reagiert das Immunsystem des betroffenen Pferdes über — die Folge ist ein oft unerträglicher Juckreiz.

Die typischen Anzeichen erkennen die meisten Halter schnell:

  • Scheuern an Mähnenkamm, Schweifansatz und Bauchnaht
  • kahle, aufgescheuerte Stellen und schuppige, verdickte Haut
  • offene, nässende Wunden durch das ständige Reiben
  • deutliche Unruhe und Nervosität, gerade in den Abendstunden

Manche Rassen und Linien sind anfälliger als andere, und ist ein Pferd einmal betroffen, begleitet es das Ekzem in der Regel jedes Jahr aufs Neue. Genau deshalb ist mir eines wichtig: Wir reden hier über Management, nicht über Heilung.

Warum die Fütterung nur ein Baustein ist

Hier muss ich als Ernährungsberater ehrlich bleiben, auch wenn es weniger verkauft: Kein Futter der Welt macht ein allergisches Pferd unempfindlich gegen Mückenstiche. Wer das verspricht, führt Sie in die Irre. Der wirksamste Hebel gegen Sommerekzem ist und bleibt der konsequente Insektenschutz.

Was die Fütterung dagegen sehr wohl kann: Sie stärkt die Hautbarriere und ein ausgeglichenes Immunsystem — und ein Pferd mit stabiler, widerstandsfähiger Haut kommt erfahrungsgemäß besser durch die Ekzem-Saison. So ordne ich die beiden Ebenen ein:

Baustein Aufgabe Wirkung
Insektenschutz (Ekzemerdecke, Weidemanagement) die Auslöser fernhalten direkt, entscheidend
Fütterung (Haut & Immunsystem) den Körper von innen stärken unterstützend, langfristig

Beides gehört zusammen. Die Fütterung ersetzt die Decke nicht — aber sie legt das Fundament, auf dem alles andere besser wirkt.

Die 6 Fütterungstipps, die die Haut von innen stärken

Mein bewährtes Vorgehen für Ekzemer-Pferde — sanft, ehrlich und ohne falsche Versprechen:

  1. Spurenelemente für die Haut sichern. Zink und Mangan sind zentrale Bausteine einer gesunden Haut. Gerade bei karger Ration fehlen sie schnell. Ein passendes Mineralfutter für Pferde schließt diese Lücke, ohne Zucker nachzuschieben.
  2. Omega-3-Fettsäuren einbauen. Kaltgepresstes, frisches Leinöl liefert Fettsäuren, die die Hautbarriere geschmeidig und widerstandsfähig halten. Wichtig: Öl muss frisch sein — ranziges Öl schadet mehr, als es nützt.
  3. Zucker und Stärke reduzieren. Junges, fruktanreiches Weidegras und getreidelastiges Kraftfutter belasten den Stoffwechsel. Ein entlasteter Stoffwechsel kommt auch der Haut zugute. Weidegang in der Dämmerung ohnehin begrenzen — dann fliegen die Mücken.
  4. Die Darmgesundheit stärken. Ein großer Teil des Immunsystems sitzt im Darm. Ist die Verdauung im Gleichgewicht, arbeitet auch die Immunabwehr ruhiger. Wie Sie den empfindlichen Pferdedarm unterstützen, lesen Sie im Ratgeber zu Verdauungsproblemen beim Pferd.
  5. Naturbelassen füttern. Künstliche Zusätze, Konservierungsstoffe und versteckter Zucker sind für ein allergisch reagierendes Pferd unnötiger Ballast. Naturbelassenes Futter ohne solche Zusätze entlastet den Körper. Die REiCO Vital-Systeme setzen genau hier an: auf ein natürliches Gleichgewicht statt auf Füllstoffe.
  6. Früh anfangen und dranbleiben. Die Haut baut sich nicht über Nacht auf. Wer die Fütterung schon vor der Mückensaison stimmig macht und über den Sommer konsequent hält, sieht die besten Ergebnisse. Jede Umstellung dabei langsam über mehrere Wochen angehen — der Pferdedarm dankt es.
„Beim Sommerekzem verkaufe ich niemandem ein Wundermittel. Aber ich habe oft genug erlebt, dass ein Pferd mit stabiler Haut und ruhigem Immunsystem den Sommer deutlich gelassener übersteht — und genau da setzt gute Fütterung an." — Andreas Nootz

Was neben der Fütterung wirklich zählt

Weil mir Ehrlichkeit wichtiger ist als der schnelle Verkauf, gehören diese Punkte für mich untrennbar dazu:

  • Ekzemerdecke mit Bauch- und Halsschutz — der wirksamste Einzelschutz gegen die Stiche
  • Weidemanagement: in der Dämmerung aufstallen, windige und trockene Koppeln bevorzugen, stehende Gewässer meiden
  • Fliegenschutz an den empfindlichen Stellen und, wo nötig, tierärztlich abgestimmte Mittel gegen den akuten Juckreiz

Eine glänzende, kräftige Haut ist die halbe Miete — wie eng Fell und Fütterung zusammenhängen, zeige ich auch im Ratgeber zu glänzendem Fell beim Pferd.

Wann der Tierarzt ran muss

So viel die richtige Haltung und Fütterung bewirken — es gibt Situationen, in denen ich Ihnen klar zum Tierarzt rate. Bitte handeln Sie, wenn:

  • sich offene, nässende oder eitrige Wunden gebildet haben
  • die Haut sich entzündet oder das Pferd sichtbar leidet
  • der Juckreiz trotz aller Maßnahmen immer schlimmer wird
  • ein Ekzem zum ersten Mal auftritt und Sie unsicher in der Einordnung sind

Eine Futterberatung ersetzt niemals den Tierarzt — sie ergänzt ihn, sobald die akute Entzündung im Griff ist und es um die langfristige Stärkung geht.

Gut vorbereitet durch die Ekzem-Saison

Sommerekzem verschwindet nicht durch einen einzigen Handgriff, aber es lässt sich Jahr für Jahr besser managen. Insektenschutz und eine Haut, die von innen gestärkt ist, sind das Team, das Ihrem Pferd wirklich hilft.

Ihr Pferd leidet jeden Sommer unter Ekzem und Sie möchten die Fütterung als Baustein sinnvoll einsetzen? In einer kostenlosen Futterberatung schauen wir uns gemeinsam an, was Ihrem Pferd guttut, und finden eine Fütterung, die Haut und Immunsystem stärkt. Melden Sie sich einfach bei mir — ich nehme mir die Zeit für Ihr Pferd.

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