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Pferd · 5 Min. Lesezeit

Magengeschwüre  beim  Pferd

Wiederkehrende leichte Koliken, schlechter Appetit, ein Pferd, das beim Satteln plötzlich empfindlich ist — Magengeschwüre gehören zu den Themen, die mir in der Beratung oft erst auf den zweiten Blick auffallen. Vorweg meine ehrliche Einordnung: Magengeschwüre beim Pferd sind weit verbreitet, aber in den meisten Fällen lässt sich über die Fütterung spürbar gegensteuern.

Bild: KI-generiert

Wiederkehrende leichte Koliken, schlechter Appetit, ein Pferd, das beim Satteln plötzlich empfindlich ist — Magengeschwüre gehören zu den Themen, die mir in der Beratung oft erst auf den zweiten Blick auffallen. Vorweg meine ehrliche Einordnung: Magengeschwüre beim Pferd sind weit verbreitet, aber in den meisten Fällen lässt sich über die Fütterung spürbar gegensteuern.

Magengeschwüre beim Pferd entstehen, wenn die empfindliche Magenschleimhaut über längere Zeit zu viel Magensäure abbekommt — meist durch lange Fresspausen, zu viel Kraftfutter oder Stress. Die gute Nachricht: Die Fütterung ist genau der Hebel, an dem Sie als Halterin oder Halter am meisten bewirken können. In diesem Ratgeber erkläre ich Ihnen, woran Sie Magengeschwüre erkennen, warum sie bei Pferden so häufig vorkommen und mit welchen sechs Fütterungsregeln Sie den Magen wirksam schützen.

Was Magengeschwüre beim Pferd eigentlich sind

Mediziner sprechen vom Equine Gastric Ulcer Syndrome, kurz EGUS. Gemeint sind Schleimhautschäden im Pferdemagen, die von leichten Reizungen bis zu tiefen, offenen Geschwüren reichen. Studien gehen davon aus, dass ein erheblicher Teil aller Sport- und Turnierpferde betroffen ist — oft, ohne dass Halter es ahnen, denn Pferde zeigen Schmerzen selten deutlich.

Typische Anzeichen, auf die ich in der Beratung achte:

  • wiederkehrende, leichte Koliken ohne klaren Auslöser
  • schlechter Appetit oder wählerisches Fressverhalten
  • stumpfes Fell und schleppender Muskelaufbau trotz guter Fütterung
  • Zähneknirschen, Gurtzwang oder Empfindlichkeit beim Satteln
  • unerklärlicher Gewichtsverlust über Wochen

Diese Symptome sind unspezifisch — deshalb bleibt eine echte Diagnose immer dem Tierarzt vorbehalten, meist per Magenspiegelung. Als Futterberater setze ich genau danach an: bei der Frage, wie die Fütterung den Magen künftig entlastet.

Warum Magengeschwüre beim Pferd so häufig vorkommen

Der Pferdemagen ist evolutionär auf Dauerfresser ausgelegt: In freier Wildbahn nimmt ein Pferd über 16 Stunden am Tag kleine Portionen Raufutter auf. Die Magensäure wird permanent produziert — mit oder ohne Futter im Magen. Genau hier entsteht das Problem der modernen Pferdehaltung:

Auslöser Warum er den Magen belastet
Lange Fresspausen Säure trifft auf einen leeren Magen und reizt die Schleimhaut
Zu viel Kraftfutter, Getreide, Zucker Senkt den pH-Wert im Magen zusätzlich ab
Wenig oder minderwertiges Raufutter Fehlender Speichelfluss puffert die Säure nicht ab
Transport-, Turnier- und Boxenstress Stresshormone fördern die Säureproduktion
Intensives Training auf leerem Magen Säure schwappt in den ungeschützten oberen Magenbereich
Dauerhafte Boxenhaltung ohne Sozialkontakt Chronischer Stress ohne Ausgleich

Speichel ist dabei der wichtigste natürliche Puffer gegen Magensäure — und Speichel entsteht fast nur beim Kauen von Raufutter. Wer seinem Pferd lange Fresspausen zumutet, nimmt ihm genau diesen Schutzmechanismus.

Die 6 Fütterungsregeln bei Magengeschwüren beim Pferd

Mein bewährtes Vorgehen, wenn Magengeschwüre beim Pferd im Raum stehen oder vorbeugend vermieden werden sollen:

  1. Fresspausen konsequent verkürzen. Raufutter sollte fast rund um die Uhr verfügbar sein, spätestens alle vier Stunden nachgelegt werden. Engmaschige Heunetze strecken die Fresszeit zusätzlich.
  2. Vor dem Training immer etwas Heu anbieten. Schon eine kleine Portion Heu vor der Arbeit legt eine Faserschicht in den Magen, die vor Säurespritzern schützt.
  3. Kraftfutter, Zucker und Stärke reduzieren. Wo Kraftfutter nötig ist, auf stärke- und zuckerarme Rationen umsteigen und die Menge auf mehrere kleine Portionen verteilen statt auf ein bis zwei große Mahlzeiten.
  4. Auf ausreichend Raufutter und Struktur setzen. Heu in guter, staubarmer Qualität ist die Basis — dazu passend gehe ich in meinem Ratgeber zu Kotwasser beim Pferd noch einmal genauer auf einen stabilen Dickdarm ein, der oft eng mit einem gesunden Magen zusammenhängt.
  5. Die Mineralversorgung im Blick behalten. Ein ausgewogenes Mineralfutter für Pferde unterstützt Schleimhaut und Stoffwechsel, ohne zusätzlichen Zucker in die Ration zu bringen.
  6. Stress gezielt senken. Feste Fütterungszeiten, Sozialkontakt zu Artgenossen und ruhige Transport- und Turniergewöhnung nehmen dem Magen einen erheblichen Teil der Säurelast.
„Magengeschwüre beim Pferd sind für mich fast immer ein Zeichen dafür, dass der Magen zu lange leer bleibt. Mehr Raufutter, mehr Ruhe, weniger Zucker — das bewirkt oft mehr als jedes teure Ergänzungsfutter.“ — Andreas Nootz

Was neben der Fütterung noch hilft

Ehrlichkeit gehört für mich zur Beratung dazu — deshalb noch diese Punkte, die ich zusätzlich empfehle:

  • Weidegang nutzen: Gras fördert den Speichelfluss und wirkt beruhigend auf den Magen
  • Haltung überdenken: Offenstall oder viel Auslauf statt Dauerbox, wo immer möglich
  • Trainingsplan anpassen: intensive Einheiten nicht auf nüchternen Magen
  • Geduld einplanen: Auch mit optimierter Fütterung braucht eine gereizte Magenschleimhaut mehrere Wochen, um sich zu erholen

Wie schon bei Verdauungsthemen im Dickdarm gilt: Eine ruhige, faserreiche Fütterung entlastet den ganzen Verdauungstrakt. Mehr dazu lesen Sie in meinem Ratgeber zu Verdauungsproblemen beim Pferd.

Wann der Tierarzt ran muss

So viel die Fütterung leisten kann — bei folgenden Anzeichen sollten Sie nicht abwarten:

  • Ihr Pferd zeigt wiederholte Kolikanzeichen, auch wenn sie mild wirken
  • der Gewichtsverlust hält an oder verstärkt sich
  • Ihr Pferd frisst deutlich weniger oder verweigert Kraftfutter komplett
  • die Beschwerden bestehen trotz angepasster Fütterung über mehrere Wochen fort

Nur eine Magenspiegelung beim Tierarzt zeigt zuverlässig, ob und wie stark die Schleimhaut geschädigt ist. Eine Futterberatung ersetzt diese Diagnose nicht — sie sorgt dafür, dass der Magen danach die bestmöglichen Bedingungen bekommt, um sich zu erholen.

Ein geschützter Magen beginnt im Trog

Magengeschwüre beim Pferd sind unangenehm, aber in den allermeisten Fällen gut zu beeinflussen: mehr Raufutter, weniger Zucker, weniger lange Pausen und weniger Stress. Kleine, konsequente Änderungen im Alltag wirken hier oft nachhaltiger als jedes Spezialpräparat.

Ihr Pferd zeigt Anzeichen, die auf einen gereizten Magen hindeuten könnten, und Sie wissen nicht, wo Sie ansetzen sollen? In einer kostenlosen Futterberatung schauen wir uns gemeinsam die Ration Ihres Pferdes an und finden eine Fütterung, die den Magen spürbar entlastet. Melden Sie sich einfach bei mir — ich nehme mir die Zeit für Ihr Pferd.

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