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Pferd · 6 Min. Lesezeit

Hufrehe  beim  Pferd

Kaum eine Erkrankung macht Pferdebesitzern so viel Angst wie Hufrehe — und kaum eine hängt so eng mit der Fütterung zusammen. Wenn mich besorgte Halter anrufen, geht es fast immer auch um die Frage: Was darf mein Pferd jetzt überhaupt noch fressen?

Kaum eine Erkrankung macht Pferdebesitzern so viel Angst wie Hufrehe — und kaum eine hängt so eng mit der Fütterung zusammen. Wenn mich besorgte Halter anrufen, geht es fast immer auch um die Frage: Was darf mein Pferd jetzt überhaupt noch fressen?

Hufrehe beim Pferd ist eine schmerzhafte Entzündung im Huf, die in vielen Fällen mit dem Futter beginnt — und sich genau dort auch beeinflussen lässt. In über 20 Jahren Beratung habe ich gelernt: Wer die Zusammenhänge zwischen Fütterung und Huf versteht, kann das Risiko deutlich senken. In diesem Ratgeber zeige ich Ihnen, wie die Fütterung Hufrehe auslöst, mit welchen sieben Regeln Sie Ihr Pferd schützen — und wann es keinen Aufschub mehr gibt.

Was Hufrehe ist — und warum die Fütterung so entscheidend ist

Bei Hufrehe entzündet sich die feine Verbindung zwischen Hufbein und Hufwand. Das ist hochgradig schmerzhaft und kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass sich das Hufbein im Huf verdreht. So weit muss es nicht kommen — denn die häufigste Auslösergruppe sitzt im Trog und auf der Weide.

Eines vorweg, weil mir Ehrlichkeit wichtig ist: Hufrehe ist ein tiermedizinischer Notfall. Eine Futterberatung ersetzt niemals Tierarzt und Hufschmied — sie hilft, das Risiko von vornherein klein zu halten und das Pferd nach einem Schub stabil zu füttern.

Wie die Fütterung Hufrehe auslöst

In den allermeisten Fällen steckt eine Überladung mit Zucker und Stärke dahinter. Bekommt der empfindliche Pferdedarm mehr leicht verdauliche Kohlenhydrate, als er verarbeiten kann, gerät die Darmflora aus dem Gleichgewicht — und das kann die Entzündung im Huf anstoßen. Die typischen Risikofaktoren, die mir in der Beratung begegnen:

Risikofaktor Warum er gefährlich ist
Junges, fruktanreiches Weidegras Frühjahr und sonnige Herbsttage lassen den Zuckergehalt stark ansteigen
Zu viel Kraftfutter Hohe Stärkemengen überfordern die Verdauung
Übergewicht & EMS Stoffwechselstörungen erhöhen das Reherisiko massiv
Abrupter Futterwechsel Die Darmflora kommt nicht hinterher
Obst, Brot, zuckrige Leckerlis Versteckte Zuckerbomben im Alltag

Gerade das Übergewicht wird unterschätzt. Ein zu dickes Pferd trägt ein dauerhaft erhöhtes Risiko mit sich herum — Abnehmen ist hier echte Vorsorge.

Die 7 Fütterungsregeln, die Ihr Pferd schützen

Mein bewährtes Vorgehen für rehegefährdete und bereits betroffene Pferde — sanft, aber konsequent:

  1. Weidegang kontrollieren. Im Frühjahr und an sonnigen Herbsttagen den Zugang begrenzen, eine Fressbremse nutzen oder auf einen abgefressenen Paddock ausweichen. Niemals ein hungriges Pferd auf die frische Weide lassen.
  2. Heu vor Gras. Strukturreiches, zuckerarmes Heu ist die Basis. Bei Bedarf lässt sich der Zuckergehalt durch ein- bis zweistündiges Wässern weiter senken.
  3. Kraftfutter radikal reduzieren. Getreidelastiges Müsli ist für ein rehegefährdetes Pferd selten nötig. Wer Kraftfutter füttert, sollte auf stärke- und zuckerarme Varianten umsteigen.
  4. Übergewicht behutsam abbauen. Kein Hungern, sondern eine bedarfsgerechte, strukturreiche Ration. Wie Sie Verdauungsprobleme dabei vermeiden, lesen Sie im Ratgeber zu Verdauungsproblemen beim Pferd.
  5. Mineralstoffe nicht vergessen. Gerade bei karger Ration fehlt es schnell an wichtigen Mineralien und Spurenelementen. Ein passendes Mineralfutter für Pferde gleicht das aus, ohne Zucker nachzuschieben.
  6. Jede Umstellung langsam angehen. Futterwechsel immer über mehrere Tage bis Wochen — der Darm braucht Zeit, sich anzupassen.
  7. Auf natürliche, naturbelassene Fütterung setzen. Naturbelassenes Futter ohne künstliche Zusätze und versteckten Zucker entlastet den Stoffwechsel. Die REiCO Vital-Systeme setzen genau hier an: auf ein natürliches Gleichgewicht statt auf Füllstoffe.
„Hufrehe ist selten Pech — meist ist sie das Ergebnis vieler kleiner Fütterungsentscheidungen. Die gute Nachricht: Genau deshalb haben wir es zu einem großen Teil selbst in der Hand." — Andreas Nootz

Akute Hufrehe: Hier zählt jede Stunde

So sehr ich auf Vorsorge setze — bei einem akuten Schub geht Fütterung zweitrangig vor. Rufen Sie sofort den Tierarzt, wenn Ihr Pferd eines dieser Anzeichen zeigt:

  • klammer, vorsichtiger Gang oder die typische Trachtenfußung (Pferd entlastet die Vorderhufe)
  • Wärme im Huf und ein deutlich fühlbarer, pochender Puls an der Fessel
  • Unwilligkeit, sich zu bewegen, oder häufiges Umtreten
  • Festliegen und sichtbare Schmerzen

In dieser Phase entscheiden Tierarzt und Hufschmied über das Vorgehen. Sobald das Pferd stabil ist, geht es an die langfristige Fütterung — und genau hier unterstütze ich Sie gern.

Vorbeugen mit einem stimmigen Fütterungsplan

Viele Reheschübe lassen sich verhindern, bevor sie entstehen. Ein durchdachter Fütterungsplan, der zu Gewicht, Rasse, Alter und Bewegung Ihres Pferdes passt, ist die beste Versicherung — und nimmt Ihnen die ständige Unsicherheit, ob Sie gerade das Richtige tun.

Ihr Pferd ist rehegefährdet, zu dick oder hatte bereits einen Schub und Sie wissen nicht, wie Sie es sicher füttern sollen? In einer kostenlosen Futterberatung schauen wir uns gemeinsam an, was Ihrem Pferd guttut, und finden eine Fütterung, die Risiko und Alltag in Einklang bringt. Melden Sie sich einfach bei mir — ich nehme mir die Zeit für Ihr Pferd.

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