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Hund · 6 Min. Lesezeit

Übergewicht  beim  Hund

Ein paar Gramm zu viel? Was harmlos klingt, ist für viele Hunde ein echtes Gesundheitsrisiko. Schätzungen zufolge ist jeder zweite Hund in Deutschland übergewichtig — oft ohne dass es den Besitzern bewusst ist.

Ein paar Gramm zu viel? Was harmlos klingt, ist für viele Hunde ein echtes Gesundheitsrisiko. Schätzungen zufolge ist jeder zweite Hund in Deutschland übergewichtig — oft ohne dass es den Besitzern bewusst ist.

Ein paar Gramm zu viel auf den Rippen — das fällt im Alltag kaum auf. Doch Übergewicht ist bei Hunden längst ein flächendeckendes Problem: Studien gehen davon aus, dass rund die Hälfte aller Hunde in Deutschland zu viel wiegt. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Fütterung lässt sich das in den allermeisten Fällen sanft und nachhaltig korrigieren.

Warum Übergewicht beim Hund gefährlich ist

Überflüssige Kilos sind weit mehr als ein Schönheitsmakel. Sie belasten den gesamten Organismus und verkürzen nachweislich die Lebenserwartung. Zu den häufigsten Folgen gehören:

  • Gelenkprobleme und Arthrose — jedes zusätzliche Kilo lastet bei jedem Schritt auf Hüfte, Knie und Wirbelsäule
  • Herz-Kreislauf-Belastung und schnellere Erschöpfung
  • Diabetes mellitus durch dauerhaft erhöhten Blutzucker
  • Atemprobleme, besonders bei kurznasigen Rassen
  • ein geschwächtes Immunsystem und höheres Narkoserisiko

Eine Untersuchung über mehrere Jahre zeigte: Hunde mit Idealgewicht lebten im Schnitt rund zwei Jahre länger als ihre übergewichtigen Artgenossen. Zwei Jahre — allein durch das richtige Gewicht.

Ist mein Hund zu dick? Der einfache Selbsttest

Die Waage allein sagt wenig aus, denn jede Rasse hat ihr eigenes Idealgewicht. Aussagekräftiger ist der sogenannte Body Condition Score, den Sie zu Hause selbst durchführen können:

Der Rippen-Test

Streichen Sie mit flach aufgelegten Händen seitlich über den Brustkorb Ihres Hundes. Sie sollten die Rippen fühlen können, ohne fest zu drücken — ähnlich wie die Knöchel auf Ihrem Handrücken. Spüren Sie nur eine dicke Fettschicht, ist das ein klares Warnsignal.

Der Blick von oben und von der Seite

  • Von oben betrachtet sollte Ihr Hund hinter den Rippen eine erkennbare Taille haben
  • Von der Seite sollte die Bauchlinie nach hinten hin ansteigen, nicht waagerecht durchhängen
Merkmal Idealgewicht Übergewicht
Rippen leicht fühlbar nur mit Druck tastbar
Taille (von oben) deutlich sichtbar kaum oder nicht vorhanden
Bauchlinie (seitlich) steigt nach hinten an gerade oder hängend
Bewegung leichtfüßig, ausdauernd träge, schnell außer Atem

Die häufigsten Fütterungsfehler

In meiner Beratung sehe ich immer wieder dieselben Muster — und fast nie steckt böser Wille dahinter, sondern gut gemeinte Liebe:

  1. Zu viele Leckerlis nebenbei. Ein paar Kaustangen und Belohnungshäppchen summieren sich schnell zu einer kompletten Zusatzmahlzeit.
  2. Tischreste und „nur ein bisschen". Was für uns wenig ist, ist für einen kleinen Hund kalorisch enorm.
  3. Futtermenge nach Gefühl statt nach Bedarf. Die Packungsangaben sind nur Richtwerte — und oft zu großzügig.
  4. Minderwertiges Futter mit leeren Kalorien. Viel Getreide, Zucker und Füllstoffe machen satt, aber nicht gesund.

Gerade beim letzten Punkt lohnt sich ein genauer Blick auf die Verpackung. Wie Sie problematische Inhaltsstoffe erkennen, zeige ich im Ratgeber zum Lesen der Hundefutter-Zutatenliste.

So bringen Sie Ihren Hund gesund auf Idealgewicht

Eine Hundediät ist kein Hungern — im Gegenteil. Es geht darum, die richtige Menge des richtigen Futters zu geben. Mein bewährtes Vorgehen:

1. Ist-Zustand bestimmen

Wir ermitteln gemeinsam das realistische Zielgewicht und den tatsächlichen Energiebedarf Ihres Hundes — abhängig von Rasse, Alter, Aktivität und Gesundheitszustand.

2. Auf hochwertiges, natürliches Futter umstellen

Naturbelassenes Futter ohne künstliche Zusätze macht satt, liefert echte Nährstoffe und vermeidet leere Kalorien. Die REiCO Vital-Systeme setzen genau hier an: mineralisches Gleichgewicht statt Füllstoffe. Wie Sie sanft und ohne Verdauungsprobleme umstellen, lesen Sie in der Anleitung zur schrittweisen Futterumstellung.

3. Leckerlis clever einrechnen

Leckerlis sind erlaubt — aber sie zählen zur Tagesration. Ein guter Trick: einen Teil der normalen Futtermenge als Belohnung über den Tag verteilen.

4. Bewegung dosiert steigern

Mehr Bewegung hilft, sollte bei dicken Hunden aber langsam aufgebaut werden, um Gelenke und Herz nicht zu überlasten. Mehrere kurze Spaziergänge sind besser als eine lange Tour.

„Abnehmen beim Hund ist selten eine Frage der Disziplin des Tieres — sondern der richtigen Strategie des Halters. Mit einem klaren Plan klappt es fast immer." — Andreas Nootz

Geduld zahlt sich aus

Ein gesunder Gewichtsverlust liegt bei etwa ein bis zwei Prozent des Körpergewichts pro Woche. Crash-Diäten schaden mehr, als sie nutzen, und führen zum gefürchteten Jo-Jo-Effekt. Geben Sie Ihrem Hund die Zeit, die er braucht — die Erfolge sind dafür von Dauer.

Sie sind unsicher, wie viel Ihr Hund wirklich fressen sollte oder welches Futter zu ihm passt? In einer kostenlosen Futterberatung erstellen wir gemeinsam einen Plan, der zu Ihrem Hund und Ihrem Alltag passt — melden Sie sich einfach.

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